Angelika Weßbecher
Stadt Todtnau
Meinrad-Thoma-Strasse 8
79674 Todtnau
Waldkindergarten-Logo www.Todtnau.net/Waldkindergarten
Waldkindergarten@Todtnau.net
Tel.: 07671/996-27
Konzeption


Der Waldkindergarten

Der Waldkindergarten der Stadt Todtnau besteht seit September 2000 und ist als Regelkindergarten mit 20 Kindern, zwei Erzieherinnen und einer Praktikantin anerkannt.
Unsere Öffnungszeiten sind täglich von 7.45 Uhr bis 12.30 Uhr.
Der Waldkindergarten findet im Wald auf der Hoh in einem Gebiet von ca. 5 ha nahezu bei jedem Wetter statt.

Ein Waldwagen (ca. 25qm) dient als täglicher Treffpunkt und als Schutz bei extremer Witterung. Er bietet uns genügend Platz zum gemeinsamen Vespern, Basteln, Zuhören, Musizieren und Werkeln. Ein Holzofen spendet an kalten Tagen wohltuende Wärme.

"Wir kennen kein schlechtes Wetter nur falsche Kleidung", ist einer der Grundsätze im Waldkindergarten.
Der Wald ist eine erholsame Umgebung und stärkt die körperlich-seelische Gesundheit.
Das Erlebnis "Wald" dürfen die Kinder mit allen Sinnen erfahren.
Legenden, Mythen, Geschichten und Märchen umschreiben die Geheimnisse des Waldes und sind für uns im Waldkindergarten- Alltag präsent.
Schon Goethe schrieb über den Wald:
"Selbst geheimnisvoll am lichten Tag".


Fragen die immer wieder kommen

"Was du schickst dein Kind in den Waldkindergarten?"
Diese Frage hörten alle Eltern eines Waldkindergartenkindes schon ein Dutzend Mal. Die Antwort heißt nicht minder häufig: Ja, und?! Das kann doch nicht wahr sein, mögen da die Gesprächspartner auf beiden Seiten denken, doch mit der Zeit ist man abgehärtet gegen Verwunderung und Unverständnis.

"Ja, wo gehen die denn aufs Klo?", lautet nicht selten die nächste Frage.
Es scheint für viele undenkbar, daß die Erledigung der kleinen und großen Notdurft an der frischen Luft angenehmer sein kann als in einer dafür vorgesehenen Toilette. Mit Schaufel und Mülltüte bewaffnet wird in den Wald gezogen und ordnungsgemäß in die Erde vergraben, was dorthin gehört. Der Rest kommt in die Mülltüte - für die Kinder "null problemo."

"Und was machen die da den ganzen Tag?" geht der Fragenkatalog weiter.
Die Kinder spielen viel, vergnügen sich beim Klettern, Lehmen, Malen, Basteln und Versteckspielen, Singen und Geschichtenhören und vor allem, erleben sie die Natur.

"Ja, und wo essen die Kinder?"
Ja tatsächlich im Wald unter blühenden Bäumen und ziehenden Wolken. Wir Erwachsene nennen das wohl Picknick. Was wir nur an einem geeigneten Sonntag genießen, erleben die Kinder fast jeden Tag. Ausgerüstet mit Isomatte, Thermosflasche und Brotdose in ihrem Rucksack ziehen sie los. "Frische Luft macht hungrig", sagte meine Großmutter schon immer....

"Sind die Kinder immer draußen?" gehört zum Standardfragenkatalog.
"Ja", lautet da die Antwort. Kalt ist es schon, aber auch dazu fällt mir nur ein, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte oder ungeeignete Kleidung. Also eingepackt wie kleine Zwiebeln verbringen sie ihre Zeit im Winter draußen. Und sie sind gerne draußen, denn im Wald gibt es einfach so viel zu tun.

"Ja und wenn es regnet?"
Ich habe noch keine Klagen gehört, wenn es regnet. Meine Kinder wollten noch nie aufgrund des regnerischen Wetters nicht in den Kindergarten. Wer sagt auch schon, daß das Wetter schlecht oder gut ist. Nur wir Erwachsenen erzählen unseren Kindern vor, daß Regen schlecht sei und wir besser zu Hause bleiben. Nicht so im Waldkindergarten. Und regnet es tatsächlich mal Bindfäden, was übrigens selten der Fall ist, gehen sie zum Vespern auch mal in ihren Waldwagen. Der steht am Waldrand und bietet Unterschlupf für besonders stürmische und verregnete Tage und die notwendigen Kindergarten-Utensilien sind hier auch untergebracht. Prima.

"Ja und wenn sie so durch den Wald wandern, ist das nicht zu gefährlich?" reißt die Skepsis nicht ab.
Gefahren gibt es schon, doch die Erzieherinnen setzen Grenzen, zeigen Gefährlichkeiten konkret auf und die Kinder halten sich daran. Regeln gibt es hier ganz klare und das respektieren die Kinder auch. Sonst geht es nicht. Außerdem wird den Kindern das Gelände so vertraut, wie anderen der Kindergartenraum.

"Und für den Fall, dass etwas passiert?" Diese Frage scheint mir berechtigt.
Die Erzieherinnen sind mit Erste-Hilfe-Set und Mobil-Telefon ausgestattet.

Alle Bedenken ausgeräumt? Bestimmt nicht, aber sicher etwas gemildert.


Was bietet der Waldkindergarten?

Der Wald bietet Stille, Zeit und Raum um seine Persönlichkeit frei entfalten zu können.
Stille im Wald ist ein Gegenpol zu unserer reizüberfluteten Gesellschaft.
Hier können sich die Kinder in eine Sache vertiefen, wodurch ihre Konzentrationsfähigkeit gefördert wird.
Zeit zu haben, um sein eigenes Tempo zu finden und es zu leben.
Raum, um den grundlegenden Bedürfnissen gerecht zu werden.
Das Kind will im eigenen Tun seine Umwelt entdecken, seine Grenzen erfahren und seinen Spielbereich gestalten.

Psychomotorische Förderung
Der Wald ist eine perfekte "Bewegungsbaustelle". Die Kinder werden zum eigenbestimmten Tun angeregt. Die Freude an der Bewegung steht dabei im Vordergrund.
"Sich-bewegen" bildet die Grundlage für die Intelligenzentwicklung.

Förderung der Wahrnehmung
Die vielfältigen Farben und Formen, die Geräusche und die Töne, die Gerüche und die unterschiedlichen Oberflächen regen alle Sinne an. Das Kind erlebt die Umgebung im Wald mit Körper, Geist und Seele.

Motorik
Die Kinder probieren täglich viele neue Dinge aus und erfahren dabei ihre eigenen Grenzen.
Sie balancieren über Baumstämme, laufen über unebenes Waldgelände und klettern steile Hänge hoch, wobei die Geschicklichkeit von ganz alleine geschult wird.
Sie messen ihre Kräfte beim Holz- Schleppen und Arbeiten mit Werkzeug.
Auch das Sammeln von Naturmaterialien, um Kränze zu flechten oder etwas Feines aus Holunderbeeren zu kochen, gibt den Kindern Erfahrungen zur inneren Stärke und verleiht motorische Fähigkeiten.

Förderung der kognitiven Fähigkeiten
Wir erleben die Kinder als aktive Gesprächspartner. Auf dem Weg werden Erlebnisse erzählt und Pläne geschmiedet. Es gibt Zeit zu fragen, zu singen, zu reimen und zu intensiven Gesprächen mit den Erzieherinnen. Im Morgenkreis wird Konzentration gefördert, wir lernen Fingerspiele, Lieder und vermitteln Sachwissen.

Förderung der Kreativität
Die Kinder spielen mit dem Material, welches sie jahreszeitlich bedingt im Wald vorfinden.
Dabei können sie sich frei nach der eigenen Phantasie entfalten.
Es wird je nach Witterung und Platz mit Wasser, Lehm, Schnee, Stöcken, Steinen oder Blätter dem eigenen Bedürfnis entsprechend gestaltet.

Förderung des Sozialverhaltens
Beim gemeinsamen Unterwegssein nehmen die Kinder aufeinander Rücksicht und übernehmen Verantwortung füreinander.
In Rollenspielen werden soziale Verhaltensmuster eingeübt, Konfliktlösungen erprobt und Aggressionen abgebaut.
Es fördert das Gemeinschaftsgefühl der Kinder, "das Miteinander" zu erleben.

Natur- und Umweltpädagogik
Die Kinder lernen den Lebensraum Wald mit vielen unterschiedlichen Tieren und Pflanzen kennen.
Die Veränderungen im Jahreslauf, das Wachsen, Gedeihen, Ernten und Vergehen werden verfolgt. Dabei erleben sie sich selbst als Teil der Natur und lernen den Wald als schützenswerten Lebensraum anzuerkennen.


Unterwegs

Der Morgen beginnt im Waldkindergarten um 7.45 Uhr. Dann kommen die ersten "Wurzelzwerge" zum Waldwagen auf der Hoh und bis spätestens 8.45 Uhr sind auch die letzten Schlafmützen eingetroffen.
Nun wird mit dem täglichen Ritual des Morgenkreises begonnen, zu dem die Kinder ein Flötenspiel ruft, und das ein wichtiger Bestandteil des Tagesablaufes ist.
Kinder und Erzieherinnen begrüßen sich mit einem Lied, anschließend wird durchgezählt und überlegt, welche Kinder heute fehlen. Auch bestimmte Themen, wie z.B. "Ferne Länder" haben ihren Platz im Morgenkreis. So bekamen wir z.B. einmal Besuch von zwei "Indios" die von ihrer Heimat Peru erzählten und uns Lieder und ein traditionelles Kreisspiel lernten.
Am Ende des Morgenkreises wird das Ziel der kleinen Wanderung besprochen.
Da gibt es z.B. den Sonnenplatz, den Räuberplatz oder den Wasserplatz.
Die Kinder kennen ihr "Revier", die Plätze und den jeweiligen Weg mit den Haltestellen genau.
Wir nehmen die Rucksäcke, gepackt mit Vesper, Trinkflasche, Isomatte und evtl. Regenschutz, und ziehen gemeinsam los.
Unterwegs wird viel erlebt, entdeckt und vertieft wobei der Weg das Ziel ist.
Tiere, die im Wald leben, werden beobachtet. Wir sprechen über ihre Lebensweise und wie wir uns verhalten sollen, bzw. wie wir sie schützen können. Die Kinder bauen eine Beziehung zu ihnen auf und geben ihnen manchmal auch besondere Namen. Bäume, Blumen, Sträucher und ihre Früchte werden bestimmt und giftige Pflanzen intensiv besprochen. Auch wird die heilende Wirkung von Kräutern erklärt und das Wissen im besten Fall angewandt, wie z.B. mit einem Verband aus Spitzwegerich gegen das Brennen einer Brennesel.
Auf dem Weg können sich die Kinder treiben lassen, jedes nach seinem eigenem Tempo.
An den bekannten Haltestellen warten die schnelleren auf die langsameren Kinder.
Am Platz angekommen beginnt das "Vesperritual".
Die Kinder packen ihre Sachen aus für den Vesperkreis und versammeln sich zum Händewaschen. Dabei ist besonders die Mithilfe beliebt. Handtuch, Lavaerde und die Handbürste wird von den Kindern übernommen.
Dann kommt noch der beliebte Vesperspruch, Guten Appetit!
Wer dann mit dem Essen fertig ist, darf seinen Rucksack wieder packen und an die Sammelstelle legen.
Jetzt geht´s richtig los: Spielideen von vorher werden wieder aufgegriffen oder neue entstehen, der Phantasie und Kreativität darf freien Lauf gelassen werden.
Die Erzieher beobachten, helfen, wenn es nötig ist, sind Gesprächspartner und setzen Grenzen, wenn es gefordert wird.
Auch werden Angebote durchgeführt, wie z.B. Stirnbänder flechten, Bälle filzen oder Instrumente bauen.

Bevor wir uns auf den Heimweg begeben, werden die Kinder mit einem Flötenspiel zum Abschlusskreis gerufen. Dort malen wir unser Tagebuch, singen ein Lied und verabreden uns für den nächsten Tag.
Die Kinder sind meistens auf dem Rückweg etwas ruhiger und manche hängen auch ihren Tagträumen nach.
Um 12.00Uhr treffen wir am Waldwagen ein und die Kinder können bis 12.30 Uhr abgeholt werden.

Bei extremen Witterungsverhältnissen ziehen wir nach dem täglichen Morgenkreis an einen der näher gelegenen Plätze, los.
Dort verweilen sich die Kinder für eine kürzere Zeit in ihrem Spiel.
Dem Wetter entsprechend finden sie immer neue Spielmöglichkeiten, wie z.B. bei Regen das Bauen von Seen und Staudämmen und das Hüpfen in die größten Pfützen.
Zum Vespern versammeln sich dann alle im wohligwarmen Waldwagen.
In dieser gemütlichen und heimeligen Atmosphäre können sich die Kinder wieder aufwärmen und stärken.
Es besteht nun die Möglichkeit einer Geschichte zuzuhören, etwas zu malen oder auch mit naturfremdem Material etwas zu basteln.
Viele Kinder zieht es jedoch gleich nach dem Vespern nach draußen.
Für Kinder gibt es kein schlechtes Wetter. Sie lieben den Regen und den Wind, da das Wilde und Ungestüme, jedoch auch wieder Sanfte, ihrem eigenen Wesen entspricht.


Miteinander ...
... erleben
ist als Zusammenleben der Kinder und der Erzieherinnen zu verstehen. So wird der Vormittag im Waldkindergarten gemeinsam geplant, durchgeführt und gestaltet.
Wir fördern die Nähe zum realen Leben der Kinder und zur Gemeinde, indem wir die Familien der Kinder oder z.B. auch den Apotheker der Gemeinde besuchen. So werden erlebende Erfahrungen vermittelt, statt belehrende.
Ausflüge, wie z.B. zum "Haus der Natur" auf dem Feldberg sind zusätzliche Erfahrungen außerhalb des Waldkindergarten-Alltags.

... entdecken
Die Kinder befinden sich im Wald täglich auf Entdeckungsreise, ganz nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten.
Die Umgebung lädt dazu ein, Fremdes zu erkunden, sich in etwas zu vertiefen, das Verborgene zu suchen und sich von der in der Natur gebotenen Vielfalt zum Experimentieren anregen zu lassen, um z.B. zu entdecken, dass Tannenzapfen im Bach schwimmen können, Steine aber untergehen.

... empfinden
Mit dem Wechsel der Jahreszeiten und der unterschiedlichen Witterung können Sinnesempfindungen intensiv wahrgenommen werden.
Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan und reagiert auf Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz. Die Kinder können z.B. nachspüren, wie sich die Sonne, der Wind oder der Regen auf der Haut anfühlen oder wie verschiedene Oberflächen wie z.B. die Rinde eines Baumes beschaffen sind.
Der Wald ist ein stiller Ort, wo auch leisere Geräusche, wie z.B. das Rascheln des Laubes, das Rauschen des Windes oder auch das Fliessen eines Bächleins intensiver gehört werden können.
Darüber hinaus gibt es im Freien unterschiedliche Gerüche, z.B. den des frisch geschlagenen Holzes oder von verschiedener Blüten. Die Atmosphäre im Wald wechselt je nach Jahreszeit und Wetterlage und beeinflusst die Stimmung der Kinder.
Durch die Bewegung an der frischen Luft bei Wind und Wetter wird das Immunsystem gestärkt.

... feiern
bereitet den Kindern besondere Freude. Das Geburtstagsfest eines Kindes wird unter anderem mit Hilfe einer Geschichte gestaltet. Das Geburtstagskind darf die Geschichte mit seinen Freunden spielen und bekommt von der "Waldfee" einen "Schatz" überreicht.
Manchmal wird der Geburtstag eines Kindes auch zu Hause gefeiert. Dann lernen die Kinder durch den Besuch auch unterschiedliche Lebenssituationen kennen.
Darüber hinaus feiern wir im Wald auch die Stationen im Jahreskreis wie Fastnacht, Ostern, den Frühling, den Sommer, St.Martin, St.Nikolaus und Weihnachten.

... lernen
bedeutet für die Erzieherinnen, Fragen und Themen von den Kindern aufzugreifen und diese zu vertiefen: z.B. "Was unterscheidet eine Tanne von einer Kiefer?", "Was macht die Feuerwehr, wenn es im Wald brennt?", "Wie entsteht aus einem Krötenlaich eine Kröte?".
Die Kinder lernen im Wald den Umgang mit unterschiedlichen Materialien und verschiedenem Werkzeug. Aus einem kleinen Stock kann eine Figur zum Spielen geschnitzt, mit Lehm kann geformt, mit Rinden, Steinen, Stöcken, Pflanzen und Blättern gebaut und gebastelt werden. Beim Spielen im Wald eröffnen sich den Kindern immer neue Lern- und Erfahrungsbereiche; Kreativität und Phantasie können sich entfalten und ausgelebt werden.
Die Kinder lernen im Wald mit allen Sinnen, d.h. ganzheitlich, indem die Erzieherinnen ihnen Erfahrungszusammenhänge begreifbar machen. So kann der Besuch beim Apotheker den Kindern z.B. helfen, den Zusammenhang von Pflanzen im Wald und deren Wirkung zu verstehen. Nebenbei lernen sie auf dem Weg dorthin das richtige Verhalten im Straßenverkehr, sowie bei Ausflügen mit dem Bus öffentliche Verkehrsmittel kennen.
In diesem Sinn lernen die Kinder Schritt für Schritt ihre Umwelt kennen und begreifen.

... wachsen
Die Erzieherinnen versuchen, den Kindern Verständnis für die anderen Kinder zu vermitteln und die gegenseitige Rücksichtnahme in der Gruppe zu fördern.
Jeder Konflikt und jedes Gefühl hat seine Berechtigung, darf ausgedrückt werden und wird ernst genommen. Den Kindern wird zugetraut, Konflikte selbständig zu lösen, wobei sie von den Erzieherinnen begleitet werden. Bei untragbaren Lösungswegen bieten sie alternative Verhaltensmodelle an und zeigen klare Grenzen auf.
Die Kinder sollen innerhalb der Gruppe ihre eigene Persönlichkeit erkennen und entfalten, wobei es gilt, die Balance zwischen Durchsetzungskraft und Rücksichtnahme zu finden.

... lachen und weinen
Die Mehrzahl der Kinder sind tief betroffen, wenn ein anderes Kind weint. Auf der anderen Seite lassen sie sich vom Lachen anderer schnell anstecken.
Für die Erzieherinnen und Kinder im Waldkindergarten ist es von großer Bedeutung, den Gefühlen freien Lauf zu lassen und sich dabei gegenseitig zu stützen und füreinander da zu sein. So wird ein respektvoller Umgang der Kinder untereinander, sowie zwischen Kindern und Erzieherinnen gefördert.


Elternarbeit
Die Eltern vertrauen uns Erzieherinnen ihre Kinder an.
Es ist uns bewusst, dass für Eltern und Kind, es das erste Getrenntwerden kein Leichtes ist.
Mit dem Aufnahmegespräch lernen wir Kind und Eltern kennen und entwickeln einen persönlichen Kontakt.
Auch werden regelmäßig Entwicklungsgespräche mit beiden Elternteilen durchgeführt. Wir wollen den Erziehungsstil kennen lernen und die jeweilige Lebenssituation in unsere tägliche Arbeit einfließen lassen.
Die "Wald- und Wiesengespräche" haben ihren Platz beim Bringen bzw. Abholen der Kinder und sind zur kurzen Nachfrage der Eltern und Mitteilung von den Erziehern gedacht.
Es finden thematische Elternabende statt und Aktionen wie z.B. Wir filzen Sitzkissen für die Kinder.
Auch feiern wir die jahreszeitlich bedingten Feste mit den Eltern zusammen.


Waldkindergarten, warum ?
Eine Mutter erzählt :
Wie kann man sein Kind nur bei jedem Wetter in den Wald schicken !
Diese und all die Fragen, die Sie vorher schon gelesen haben, beschäftigten auch mich.
Ja, ich belächelte die neue Einrichtung sogar!
Über ein Jahr besuchte unser Kind den normalen Kindergarten.
Jeden Morgen dasselbe: "Ich will nicht in den Kindergarten", weinen, wenn ich ihn hinbrachte und dann ging. Beim Abholen musste ich mir den Vorwurf anhören, was ich ihm antue, dass ich ihn quäle.
Waldkindergarten? Kein Gedanke daran!
Das änderte sich schlagartig, als ich auf dem Heimweg vom Kindergarten, auf der Hoh der Gruppe des Waldkindergartens mit ihren Erzieherinnen begegnete.
Ich sah den Kindern förmlich an, wie wohl sie sich fühlten, sich unterhielten, Stöckchen und Steine aufhoben und nach Vogelstimmen lauschten.
Ein Kind erzählte mir, sie seien auf dem Weg zum Kastanienplatz.
Ich schaute der Gruppe noch lange hinterher und hatte plötzlich das Gefühl, unser Kind könnte sich hier auch wohlfühlen.
Als ich mittags meinen Sohn vom Kindergarten abholte, fragte ich ihn, ob er sich vorstellen könnte, in den Waldkindergarten zu gehen. Ein spontanes und überzeugendes "Ja klar" war die Antwort.
Er meinte, dass er im Kindergarten sowieso nur am Fenster steht und hinausschaut, außerdem sei es immer so laut und er wäre viel lieber draußen.
Zum Glück war im Waldkindergarten noch ein Platz frei. Die Erzieherinnen haben uns einen Schnuppertag angeboten, um den Ablauf eines WaKi-Tages kennen zu lernen.

Dann war es soweit:
Um ca. 9.oo Uhr, wenn alle Kinder da sind, wird der Morgenkreis gebildet, bei dem gesungen, erzählt und der Tagesablauf besprochen wird.
Das Durchzählen, wie viel Kinder da sind und feststellen wer fehlt, ist ganz wichtig, weil die Erzieherinnen bei den vorgegebenen Haltestellen immer wieder durchzählen.
Nachdem per Abstimmung ein Ziel gewählt ist, wird losmarschiert. Heute bleiben die Rucksäcke im Waldwagen, weil es regnet. Wir gehen Richtung "Waldrutsche" und "Lehmplatz".
Mit Begeisterung beobachte ich, wie die Kinder miteinander spielen, entdecken und begeistert den Lehm fühlen und formen.
Gegen 10.30 Uhr geht es zurück zum Waldwagen, wo gemeinsam gevespert wird. Hinterher wurde etwas vorgelesen und erzählt.
Dann war auch schon Zeit für den Abschlusskreis, der den Waldkindergartentag beendet.
Obwohl wir wirklich einen grauen Regentag erwischt hatten, war für uns beide klar, das ist der richtige Platz.
Seither ist ein Jahr vergangen. Unser Kind geht seitdem gerne in den Kindergarten.
Langeweile kennt er nicht mehr. Jeder Tag ist ein Erlebnis. Seine Eindrücke und Kenntnisse von und über die Natur beeindrucken mich immer wieder.


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